Steuerberater:in

Wie wird man Steuerberater:in?

Steuerberater:innen sind umfassend ausgebildete Expert:innen für betriebswirtschatfliche und juristische Fragestellungen. Du bist eine wichtige und verlässliche Entscheidungspartner:in deiner Klient:innen und vermittelst zwischen ihnen, Ämtern und Behörden.



Voraussetzungen und Ausbildung

In den meisten Fällen wirst du Steuerberater:in über eine dreijährige Praxiszeit als Berufsanwärter:in. Die Rahmenbedingungen dafür sind im Wirtschaftstreuhandberufsgesetz 2017 definiert.

Während der intensiven Ausbildungszeit arbeitest du im Ausmaß von mindestens 20 Wochenstunden bei einem oder einer berufsberechtigten Steuerberater:in mit. Du lernst den Berufsalltag in der Steuerberatung kennen und übernimmst allmählich eigene Projekte und mehr Verantwortung.

Neben der praktischen Tätigkeit mit direktem Kund:innenkontakt, bereitest du dich auf die Fachprüfung der Steuerberater:innen vor. Darin musst du fundierte theoretische Kenntnisse in den Gebieten Betriebswirtschaft, Rechnungslegung, Rechtslehre und Abgabenrecht beweisen.

Hast du die Steuerberaterprüfung bestanden, kannst du innerhalb von sieben Jahren beantragen, öffentlich zum oder zur Steuerberater:in bestellt zu werden.

Dafür musst du außerdem die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • dreijährige Praxiszeit als Berufsanwärter:in, davon mindestens zweijährige hauptberufliche und steuerberatende Tätigkeit in Österreich (Teilzeitbeschäftigungen aliquot angerechnet)
  • Option 1: mindestens dreijährige hauptberufliche und steuerberatende Tätigkeit bei einem anerkannten Revisionsverband
  • Option 2: mindestens fünfjährige Tätigkeit als berufsberechtigte:r Bilanzbuchhalter:in oder als berufsberechtigte:r Wirtschaftsprüfer:in

Warst du vorher als berufsberechtigte:r Bilanzbuchhalter:in tätig, kannst du auch ohne Studienabschluss zur Fachprüfung. Beim Standardweg zur Fachprüfung über die Berufsanwartschaft musst du dagegen spätestens bei der Prüfungsanmeldung deinen Abschluss eines facheinschlägigen Studiums nachweisen.

Aufgrund des umfangreichen betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Prüfungsstoffs hast du mit einem rechts- oder wirtschaftswissenschaftlichen Studium aber natürlich einen Vorteil.


Was macht ein:e Steuerberater:in?

Schon der Zugang zum Beruf ist geprägt durch eine anspruchsvolle fachliche Ausbildung, den stetigen Aufbau von umfassendem Know-how und eine hohe Service- und Kund:innenorientierung.

Als Steuerberater:in bietest du neben den klassischen Dienstleistungen des Rechnungswesens und der Personalverrechnung eine breite Facette an Problemlösungen an. Deine Hauptaufgabe ist, Einzelpersonen, Unternehmen und Organisationen dabei zu unterstützen, ihre steuerlichen Verpflichtungen zu erfüllen und ihre Steuerlast zu optimieren.

Zu deinen üblichen Tätigkeiten als Steuerberater:in gehören:

  • (Steuer-)Beratung: Beraten in allen Fragen der Buchführung und Bilanzierung, der Steuererklärung, Steuerdurchsetzung und Steuergestaltung

  • Unterstützung bei Steuererklärungen: Mithilfe bei der Vorbereitung und Einreichung von Einkommensteuer-, Umsatzsteuer und Körperschaftsteuererklärungen und weiterer Steuerdokumente

  • Steueroptimierung: Steuern im Rahmen des Steuer- und Unternehmensrechts sparen und die Steuerbelastung für die Klientinnen und Klienten reduzieren

  • Consulting: Beraten in Investitions- und Finanzierungsentscheidungen, sowie hinsichtlich geeigneter Betriebsstrukturen

  • Vertretung vor Finanzbehörden und -gerichten: Korrespondenz mit Ämtern und Behörden und Vertretung der Mandant:innen, wenn es Unstimmigkeiten gibt

  • Beratung zu Spezialthemen: Je nach den individuellen Bedürfnissen deiner Kund:innen unterstützt du in speziellen Bereichen wie internationale Steuerfragen, Arbeitsrecht, Erbschaftssteuer, Schenkungssteuer oder Immobilienbesteuerung.

Das Aufgabengebiet der Steuerberatung hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgeweitet. Steuerberater:innen erstatten beispielsweise auch Sachverständigengutachten oder erstellen Businesspläne. Du bist in diesem Beruf jedenfalls ein:e verlässliche:r und unverzichtbare:r Partner:in.

Durch die korrekte Erfassung und Verarbeitung der Unternehmenszahlen deiner Klient:innen trägst du zu Transparenz und Nachvollziehbarkeit des Rechnungswesens nach innen und außen bei. Deine Tätigkeiten als Steuerberater:in verändern sich dabei im Laufe des Jahres je nach saisonalen und speziellen Anforderungen der Kund:innen. Sie bleibt aber immer abwechslungsreich und kommunikationsintensiv.

Kund:innen schätzen Steuerberater:innen vor allem wegen ihrer Beratungskompetenz. Ein Großteil deiner Arbeit findet daher bei den Kund:innen vor Ort in direkten Mandant:innengesprächen statt. Weil euer Verhältnis stark auf Vertrauen basiert, ist die Zusammenarbeit in der Regel langfristig und du begleitest deine Klient:innen über viele Jahre hinweg.


Welche Skills brauchen Steuerberater:innen?

Weitere Fähigkeiten, die Anwärter:innen den Start in die Steuerberatung erleichtern und anschließend ihre Karrierechancen verbessern, sind: Kommunikationsstärke, professionelles und selbstsicheres Auftreten und Freude am Kontakt mit Klient:innen Eigenverantwortliche und lösungsorientierte Arbeitsweise Motivation zur kontinuierlichen Weiterbildung und -entwicklung, sowie zur Übernahme von Führungsverantwortung Zahlenaffinität, Genauigkeit und Zuverlässigkeit

Weil dich deine Mandant:innen sehr häufig ins Vertrauen ziehen müssen, um deine Aufgaben erledigen zu können, erfährst du viele Details, teilweise auch über persönliche Verhältnisse. Verschwiegenheit und Zuverlässigkeit sind daher besonders wichtig.


Karriereschritte als Steuerberater:in

Das Steuerrecht verändert sich ständig. Deshalb unterliegst du einer gesetzlichen Fortbildungsverpflichtung. Außerdem bieten sich dir regelmäßige Möglichkeiten zum Erwerb von Zusatzqualifikationen und Spezialisierungen auf bestimmte Fachbereiche innerhalb des breiten Spektrums in der Steuerberatung.

Karrierewege und etwaige Aufstiegsmöglichkeiten richten sich nach dem Umfeld, in dem du als Steuerberater:in arbeitest. Klassische Kanzleien kümmern sich um ein sehr breites Gebiet an Aufgaben. Sie zielen darauf ab, insbesondere mittelständische Unternehmen langfristig, partnerschaftlich und umfassend in betriebswirtschaftlichen Belangen zu betreuen und zu beraten.

Spezialisierungen für Steuerberater:innen

Möglichkeiten, dich auf einen bestimmten Bereich zu fokussieren, findest du vor allem in größeren Kanzleigesellschaften. Dort werden vermehrt Großkund:innen betreut, die oft Bedarf an Spezialthemen haben, wie:

  • Finanzstrafrecht
  • Beratung zur Umgründung
  • internationalen Steuerrechtsangelegenheiten

Vor allem die großen, weltweit tätigen Wirtschaftsprüfungskanzleien bieten strukturierte Karrierestufen. Meistens musst du für den Aufstieg gewisse Zielvorgaben erfüllen und mehrere Jahre Erfahrung in deiner vorherigen Position gesammelt haben. Neben einem Gehaltssprung bringt eine Beförderung dann aber auch mehr Verantwortung mit sich. Als Senior Tax Consultant wirst du als Steuerberater:in dann beispielsweise mit der Mitarbeiter:innenführung betraut. Außerdem planst und leitest du dann eigene Projekte.


Gehalt als Steuerberater:in

Dein Gehalt als Steuerberater:in unterliegt grundsätzlich der freien Vereinbarung zwischen Dienstgeber:in und -nehmer:in, wobei die Mindestgehälter laut Kollektivvertrag in der geltenden Fassung mindestens 400 € über den Sätzen der Beschäftigungsgruppe 4 liegen müssen.

Voll ausgebildeten und angelobten Steuerberater:innen steht daher monatlich ein Mindestgehalt von 3.276,00 € brutto zu. Im Einzelfall kann dein Gehalt abhängig von deiner Qualifikation, Erfahrung, Karrierestufe, Region und deinem Verhandlungsgeschick sogar noch deutlich höher sein.

Als angelobte:r Steuerberater:in hast du grundsätzlich gute Gehaltsaussichten. Je länger du bei einem Unternehmen bist, umso größere Gehaltssprünge kannst du erwarten. Aufstiege erfolgen in den ersten Jahren oft automatisch und ohne, dass du bestimmte Bedingungen erfüllen musst.

Ebenso gängig sind variable Boni, die abhängig von deiner Leistung und jener des Gesamtunternehmens einen zweistelligen Prozentsatz deines Jahresgehalts ausmachen können.


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